Queere Jugendwelten

Shownotes

Dr. Diana Klinger ist Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Medizinischen Universität Wien. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen die klinisch-psychologische Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen sowie die psychologische Begleitung von Jugendlichen mit Geschlechtsinkongruenz. Darüber hinaus ist sie in Forschung und Lehre aktiv und beschäftigt sich insbesondere mit der psychischen Gesundheit von transgeschlechtlichen und geschlechtsdiversen jungen Menschen.

Interesse an einer Psychotherapieausbildung am Postgraduate Center der Universität Wien? https://postgraduatecenter.univie.ac.at/psychotherapie

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00:00:04: Der Psychotherapie-Podcast des Postgraduate Center der Uni Wien soll allen Hörerinnen die spannende Welt der Psychotherapi und ihrer eingrenzenden Fachgebiete näherbringen.

00:00:13: Mit Hilfe kompetenter Expertinnen werden konkrete Krankheitsbilder, unterschiedliche Behandlungsansätze, aktuelle Forschungsergebnisse ebenso wie spannende Fallbeispiele und aktuelle Themen besprochen.

00:00:27: Der Juni steht ganz im Zeichen der Pride, Sichtbarkeit und Akzeptanz.

00:00:36: Nach unserer letzten Unifolge zum Thema Regenbogenkompetenz beschäftigen wir uns heute mit queeren Jugendwelten.

00:00:44: Dr.

00:00:44: Diana Klinger ist klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Medizinischen Universität Wien.

00:00:54: Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen die klinisch-psychologische Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen sowie die psychologische Begleitung von Jugendlichen mit Geschlechtsinkonkurrenz.

00:01:05: Darüber hinaus ist sie in Forschung und Lehre aktiv und beschäftigt sich insbesondere mit der psychischen Gesundheit, vom transgeschlechtlichen und geschlechtsdiversen jungen Menschen.

00:01:15: Happy Pride Month freuen uns ganz besonders, dass Sie heute bei unserem Studio sind und mit uns queere Jugendwelten in den Fokus nehmen.

00:01:22: Wir starten gleich rein!

00:01:24: Was umfasst denn der Begriff LGBTQIA Plus?

00:01:28: Und warum finden sie es wichtig die Vielfalt von Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen auch im Jugendkontext sichtbar zu

00:01:35: machen?!

00:01:36: LGBTQIA Plus ist ein Akronym, was viele Begriffe sozusagen abkürzt und umfasst.

00:01:42: Und es kommt aus den Englischen.

00:01:43: also die meisten Begriffs, die da subsumiert werden sind englische Begriefe wie zum Beispiel Lesbien für lesbisch oder eben tiefer Transgender oder Q für Queer or Questioning.

00:01:56: Es gibt auch für den einzelnen Buchstaben viele Möglichkeiten, wie wir die deuten können und die zu den LGBTQIA plus Akronomen und Community dazugehören.

00:02:07: im Endeffekt gemeinsam haben diese Gruppen, dass sie entweder zu den geschlechtlichen Minderheiten dazugehören oder eben eine Art von sexuelle Orientierung rausdrücken.

00:02:17: Und natürlich der Pride Month, den wir dieses Monat erleben ist jedes Jahr ein wichtiges Monat um eben die Sichtbarkeit von diesen Personen zu all diesen Gruppen dazu gehören.

00:02:29: Ein bisschen zu betonen und auch das Gefühl zu geben es sind viele Leute, die zu diesem Community dazugehören und dass sie nicht alleine sind.

00:02:38: Welche Unterschiede bestehenden zwischen Geschlechtsidentität, Geschlechtausdruck und sexueller Orientierung?

00:02:45: Das sind verschiedene Aspekte von einem und selben Menschen.

00:02:49: Mit Geschlechtsidentität ist gemeint, wie man sich selbst identifiziert also was man empfindet welches Geschlecht man selber angehört.

00:02:57: mit Geschlechtausdruck meinen wir das was wir sozusagen die Gesellschaft rausbringen und zum Ausdruck bringen.

00:03:04: Also damit kann man die Frisur, die Styling Wie wir uns öffentlich präsentieren verstehen.

00:03:11: Und die sexuelle Orientierung im engeren Sinne drückt aus, welcher Art von Anziehung wir zu welchen Personen empfinden.

00:03:21: Heutzutage wird es auch teilweise ein bisschen eröffnet Richtung romantische Orientierung und werden verschiedene Aspekte da unterschieden und betont.

00:03:30: aber im Großen und Ganzen geht's ja darum.

00:03:33: Und was versteht man unter Geschlechtsinkongruenz bzw.

00:03:36: Geschlechtsdysphorie?

00:03:37: Also, Untergeschlechts-Inkongrenz versteht das man sich mit dem bei dem Geburt zugewiesener Geschlecht – damit meinen wir das geschlecht, was die Hebammen, die Ärztinnen bei der Geburt feststellen -, dass man mit diesem Geschlechter sich nicht identifizieren kann.

00:03:54: Das kann manchmal vorübergehen sein, manchmal länger aber es gibt sozusagen eine Inkongruentseine Diskrepanz zwischen Diensten und Geschlechten.

00:04:04: Geschlechtsdysphorie geht ein Stück weiter, also da gibt es einerseits diese Inkongruenz und diese Diskrepanz.

00:04:10: Aber darüber reden wir auch, dass dieser Diskrepans in weiteren Folgen dann auch einen Leidensdruck bei einem verursacht – das benennt man mit der dysphorie.

00:04:20: Wie entwickeln den Kinder-und Jugendliche ein Verständnis ihrer eigenen Identität?

00:04:24: Und welche Rolle spielen dabei das Geschlecht und die sexuelle Orientierung?

00:04:30: leben in einer Gesellschaft und kriegen dann eben viele Einflüsse schon von der Kindheit mit, was natürlich dazu beiträgt dass sie mit den Begrifflichkeiten Geschlechtsidentität früher oder später konfrontiert werden.

00:04:44: Und dann auch vor allem im Jugendalter geht es dann auch darum sich selbst zu definieren und dann eigene Begrifflichkeit für sich selbst und das eigene Empfinden zu finden.

00:04:53: Ich arbeite im Kinder- und Jugendbereich hauptsächlich mit Transidenten, Jugendlichen.

00:04:58: Und da sehe ich oft dass diese Entwicklung dann oft Hand in Hand geht was die sexuelle Orientierung und die diesbezügliche eigene Orientierung zu finden auch die dies bezüglicher Geschlechtsidentität weil manche Kinder und Jugendliche spüren zuerst mal okay fühlen mich zu Burschen oder Mädels hingezogen.

00:05:20: Dann dadurch hinterfragen sie wie sie sich in diesen Beziehungen erleben möchten und kommen dann sozusagen um diese Ecke zu dem Schluss einer anderen Geschlechtsidentität.

00:05:31: zum Beispiel haben eine Geschlechtsdiverse.

00:05:33: Und ab welchem Alter beschäftigen sich Kinder typischerweise mit diesen Fragen?

00:05:38: Also das ist sehr unterschiedlich, muss ich sagen.

00:05:40: Bei ganz vielen Kindern ist es irgendwie keine relevante Frage also es läuft irgendwie im Hintergrund mit.

00:05:46: auch bei geschlechtsdiversen Kinder.

00:05:48: Also transidente Kinder gibt's auch sehr unterschiedliche Auffassungen und Erinnerungen.

00:05:55: wie sie mir das schildern dann auch retrospectiv wie das bei ihnen war.

00:05:59: Also manche Kinder sind schon sehr im Klaren und die ist eine wichtige Definition für Sie auch mit drei vier Jahren welches Geschlecht.

00:06:06: ich habe berichten auch, dass sie mit acht neun Jahren oder ... teilweise bis zu Pubertät gar nicht sich damit befassen wollten, ob sie dieses und jenes haben.

00:06:16: Und erst durch die pubertäre Entwicklungen reflektiert haben dass das nichts zu ihnen passt.

00:06:21: also ich würde sagen natürlich es gibt dann ein Stufenmodell auch für die Geschlechtsidentitätsentwicklung.

00:06:29: aber wie die Kinder und Jugendliche das selber dann retrospectiv erinnern und mehr erzählen das ist dann auch teilweise sehr unterschiedlich.

00:06:38: Könnten Sie uns vielleicht Beispiele zu diesen Erinnerungen geben?

00:06:42: Ja, also ganz prägnante Beispiele sind eben Transidente-Kinder.

00:06:48: Wo die Eltern teilweise dann auch retrospektiv damit erzählen dass ein Transbursche zum Beispiel nicht vier Jahre von dem Osterhasen einen Penis gewünscht hat.

00:06:58: Also da gibt es wirklich teilweise sehr prägnante Geschichten wie die Transidentität sich im früheren Alter schon gezeigt hat.

00:07:07: Manche Eltern sind verunsichert, wenn ihr Kind nicht verhaltensweisen zeigt die zum Beispiel auch ihren heteronormativen Geschlechtserwartungen entsprechen.

00:07:17: Welche Fragen beschäftigen Familien in solchen Situationen besonders häufig?

00:07:21: Geschlechts- und typische Verhaltensweisen wirken auf den Eltern teilweise auch sehr unterschiedlich, weil Eltern an sich untereinander sehr unterschiedliche sind.

00:07:30: Manche Eltern haben eher eine striktere engere geschlechtsrollen Auffassung und können schon kleinere Abweichungen eben für Unsicherungen bei denen sozusagen auslösen.

00:07:43: Und natürlich es hängt auch immer davon ab wie im welchen Kontext das passiert.

00:07:47: Bei manchen Eltern ist es wirklich relativ egal zum Beispiel, wenn es zu Hause passiert.

00:07:54: Aber wenn es z.B.

00:07:55: von der Kindergärtnerin oder Kindergärtenpädagoginnen und PädagogInnen das rückgemeldet bekommen, dann machen sie oft mehr Sorgen, wenn in der Außenwelt auch was mit auslöst ist.

00:08:10: Das kann auch sein, dass ältere Generationen in der Familie das Thema machen.

00:08:14: Und natürlich gibt's eine Reflexionsprozesse in der sollen wir jetzt was damit anfangen, was tatsächlich tun?

00:08:24: und das sind dann natürlich Dinge die dann auch dazu führen dass manchmal Eltern dann diesbezüglich eine Beratung aufsuchen.

00:08:31: Werden Sie da in der Praxis dann auch oft mit der Phrase, dass es nur eine Phase konfrontiert?

00:08:36: Ja.

00:08:37: Und teilweise auch in Erzählungen damit konfrontieren das sie schon mal irgendwo waren wo das Kind jünger war und er gesagt wurde, das geht sicher vorbei und das ist noch eine Phase.

00:08:50: Natürlich manchmal ist es so, manchmal ist das nicht so.

00:08:54: Manchmal ist es auch so, dass das relativ lang anhält aber die Eltern immer noch irgendwie hoffen, was verändert.

00:09:01: Manchmal ist es aber auch so, dass schon alle relativ fix überzeugt sind, dass das hier um eine länger anhaltende Empfinden, egal ob es um sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität

00:09:13: geht.".

00:09:13: Wie gehen Sie dann damit um?

00:09:15: Wenn sie damit konfrontiert werden, dass die Eltern daran festhalten, dass es nur eine Phase ist...

00:09:19: Also natürlich, ich versuche immer den Eltern im Boot zu halten quasi und es ist so lange darüber noch respektvoll auch mit dem Kind geredet wird.

00:09:28: Ist das okay diese Meinung mal zu haben?

00:09:31: Wichtig ist dass wir dann einfach auch im Verlauf das immer wieder reflektieren ob dieser Gedanken sich verändern.

00:09:38: Ich habe schon sehr oft erlebt bei einer Vorstellung wo es um eine klinisch-psychologische Diagnostik für irgendeinen Transitionsschritt ging beim ersten Gespräch die Eltern gesagt haben, so Puh wir haben noch Zweifel.

00:09:52: Wir denken uns teilweise immer noch dass es nur eine Phase ist und ein Jahr später bei einem Kontrolltermin dann gesagt haben nein jetzt sind wir uns auch schon beruhigt und wir können da einfach weitere Schritte setzen.

00:10:05: also manchmal braucht das einfach Zeit und das ist auch okay.

00:10:08: Wie können sich denn diese Zweife auf Kinder- und Jugendliche auswirken?

00:10:13: Ja natürlich, also es ist auch je nachdem wie die Beziehung von dem Kind zu den Eltern ist.

00:10:17: Also manche Eltern-Kindbeziehungen halten relativ viel aus und sind auch haltgebend.

00:10:23: Auch wenn die Eltern eine andere Meinung haben habe ich manchmal Transidente Kinder und Jugendliche erlebt, die auch irgendwie nachvollziehen konnten dass die Eltern irgendwie mit diesem Thema schwer tun oder irgendwie irreversible Maßnahmen jetzt nicht befürworten wollen.

00:10:39: Und sie waren natürlich nicht happy darüber, haben gesagt okay ich verstehe und dann machen wir das wenn ich acht sein werde.

00:10:49: Und waren in Endeffekt wirklich authentisch alle Beteiligten damit im Reinen.

00:10:54: Natürlich es ist leider auch nicht immer so.

00:10:57: manchmal gibt's dann auch Konfliktsituationen und da muss man halt eben versuchen auch systemisch teilweise auch familientherapeutisch diese Prozesse zu begleiten.

00:11:11: Sie hören den Psychotherapie-Podcast des Postgraduate Center der Uni Wien.

00:11:15: Für alle, die an der Psychotherapien dressiert sind und alle, Die es noch werden wollen.

00:11:20: Lassen sie sich am Postgraduate center berufsbegleitend zur Psychotherapeutin ausbilden.

00:11:25: Profittieren sie von höchster Qualität und der zehntelange Expertise in allen psychotherapeutischen Clustern.

00:11:32: Weitere Infos finden Sie in den Show Notes.

00:11:36: Nehmen Sie hier, seitdem sie tätig sind eine Veränderung bar in Bezug auf Akzeptanz von grünen Kindern und Jugendlichen?

00:11:44: Ja wobei ich sagen muss es waren schon von Anfang an eher nur einzelne Fälle.

00:11:51: grob was schlecht gelaufen ist.

00:11:54: Also ich muss sagen in den meisten Fällen kriege ich eigentlich positive Berichte, es gibt dann immer die eine Lehrer oder Lehrerin oder Elternteil oder Tante oder Onkel.

00:12:08: also es gibt nie dieses Bild das alles optimal läuft.

00:12:13: aber es sind am meisten eher Einzelberichte und das ist Gott sei Dank sehr selten dass man einen ganzen Schulsystem oder Direktion oder eine gesamte Institution dann adressieren muss.

00:12:28: Und welche Rolle spielt auch der Freundeskreis, die Peer Group oder soziale Medien und Online-Communities bei der Identitätsentwicklung?

00:12:37: Ja,

00:12:38: das ist natürlich bei Jugendlichen.

00:12:40: all diese Faktoren wie Peergroup und Social Media haben einen großen Einfluss.

00:12:45: Das sollte man – und darf man auch nicht leugnen!

00:12:49: Ich sehe aber trotzdem so dass... man Jugendlicher als aktive Akteure in diesem System wahrnehmen sollte.

00:12:57: und natürlich auch bei anderen Identitäts, Mental-Health Phänomenen soll man bestimmte Sachen kritisch betrachten.

00:13:07: Und natürlich im Social Media oder auch vom PSG kriegt man eben verschiedene Narrative angeboten und man muss halt immer selbst schauen wie viel übernehme ich für mich selbst und mein Narrativ und für meine Identität dann über oder auf von diesen Quellen.

00:13:25: Es gibt eben sicher Einflüsse, aber ich würde sagen es gibt dann trotzdem in meinem Grund warum eine Jugendliche sich mit diesem Thema befasst oder einen bestimmten Empfinden hat und es ist dann wichtig das auch miteinander kritisch zu reflektieren.

00:13:42: Und welche Auswirkungen können Ausgrenzung, Diskriminierung oder Morbing auf die psychische Gesundheit von jungen Menschen haben?

00:13:48: Das ist natürlich verursacht, immer noch Stress und Belastungen.

00:13:52: Also das ist schon vielfach auch generell abseits von sexueller Orientierung LGBTQIA plus Community belegt dass Kinder die eben Mobbing Erfahrungen haben dann natürlich anfälliger sind für Depressionen verschiedene Angststörungen.

00:14:08: teilweise kann es wenn es um heftigen Mobbing geht auch Richtung posttraumatische Belastungsstörung gehen.

00:14:13: also da sind halt eben viele psychische Probleme Belastung die dann leider in Frage kommen, auch bei einer Diagnostik wenn ein Kind sowas erlebt hat.

00:14:23: Und welche psychischen Belastungen begegnen Ihnen in der klinischen Praxis besonders häufig bei Guyane Jugendlichen?

00:14:29: Ja vor allem internalisierende Störungen.

00:14:32: damit sind am meisten Angststörungen und Depressionen gemeint.

00:14:35: also das sind klassische Dinge die sozusagen Minderheiten Stress verursachen kann.

00:14:41: Gibt es Schutzfaktoren die die psychische Gesundheit von Guyane jugendlich stärken können?

00:14:46: Ja, auf jeden Fall.

00:14:47: Also wir haben eh schon ganz viele Bereiche mittlerweile bewandert.

00:14:52: also eine unterstützende familiäre Unfeld, eine gute schulische Umgebung die halt eben Akzeptanz sozusagen ausstrahlt auch ein Peergroup was halt geben ist das sind all Dinge die natürlich einem schützen können.

00:15:08: es gibt natürlich auch persönliche Residenzfaktoren in der eigene Persönlichkeit wie man mit schwierigen Situationen umgeht.

00:15:15: natürlich die eigenen Copingsstrategien sind da auch nicht zu vergessen von der Liste.

00:15:21: Also es gibt auch durchaus positiver Dinge, die dieser Jugendliche

00:15:25: schützen.".

00:15:26: Und welche Rolle spielen Schulen und andere Bildungseinrichtungen für Siebe der Förderung eines inklusiven und sicheren Umfelds?

00:15:33: Ich sehe Schulen auch als sehr wichtige Akteuren in diesem Bereich, weil dort verbringen die Kinder eigentlich und Jugendliche auch die meiste Zeit.

00:15:43: Und hat dann auch einen sehr großen Einfluss auf verschiedene Lebensbereichen.

00:15:49: Und Schule ist natürlich ein Ort wo auf vielen Ebenen man Unterstützung anbieten kann.

00:15:55: Also einerseits kann man von den ganz basalen Dingen reden wie Flyers oder Angebote einfach... visuell sichtbar zu machen, auch psychologische oder beraterische Angebote in die Richtung.

00:16:11: Auch eine Haltung sozusagen von den Pädagoginnen und den eben dort arbeitenden Personen.

00:16:17: also Schule ist auf jeden Fall ein Ort die halt eben viel dazu beitragen kann.

00:16:24: Und natürlich auch auf der negativen Seite wenn was nicht gut läuft auch im Elternhaus oder eben in anderen Kontexten dann gibt es in der Schule auch die Möglichkeit diese zu merken, anzusprechen und auch zum melden.

00:16:37: Also ich finde in Schule ein wichtiger Kontext bei diesem

00:16:40: Thema.".

00:16:41: Und wie kann Psychotherapie dann einen Raum schaffen, wenn dem queere Jugendliche ihre Identität auch ohne Druck erkunden können?

00:16:49: Also Psychotherapie ist in dem Kontext auch ein sehr wichtiger Ort.

00:16:53: Und vor allem natürlich für Kinder und Jugendliche, die sonst in anderen Kontexten sich gar nicht so gut ausprobieren können oder dürfen weil sie etwas befürchten oder eben noch nicht soweit sind.

00:17:04: Also Psychotherapie ist das meine Sicht ein Raum wo viele es in die Richtung einfach ausprobiert werden kann ohne Druck und ohne negative Konsequenzen.

00:17:14: Trans- oder Nichtbinär zu sein, ist ja keine Störung und Erkrankung.

00:17:19: Viele Jugendliche haben aber einen Leidensdruckvisitern die der diagnostische und psychotherapeutische Prozess aus, wenn Jugendliche Unterstützung im Bereich Geschlechtsidentität suchen.

00:17:29: Es ist auch wichtig, mal zu unterscheiden was sind jetzt so die Wünsche und von den Bedürfnissen der Jugendlichen.

00:17:36: In vielen Fällen geht es noch gar nicht um etwas Konkretes und da ist eben eine klinisch-psychologische Beratung Behandlung oder eine psychotherapeutische Begleitung oder auch Beratungen ein ganz wichtiger Ausgangspunkt wo einfach nur Dinge geklärt werden und geschaut wird Was ist hier eigentlich das Thema?

00:17:57: Natürlich wenn es dann weitergeht um Transitionswunsch, egal ob jetzt soziale Art von Transitionen.

00:18:03: Also Personen stehen zur Namensänderung oder medizinische Schritte wie Hormontherapie geplant sind dann gibt es natürlich Behandlungsempfehlungen auch deutschsprachige Leitlinien die das vorschreiben wie die Schritte zu erfolgen

00:18:15: haben.".

00:18:16: Mit den aktuellen Diagnose-Systems wird ja entweder der Leidensdruck oder die Nichtüberanstimmung zwischen dem biologischen Geschlecht und der Geschlechtsidentität festgehalten bzw.

00:18:26: beschrieben.

00:18:27: Wie ist es denn mit den Diagnosen im ICD-ELF?

00:18:31: Wichtig ist auch vorab mal zu sagen, dass wir leider aktuell im Gesundheitssystem immer noch ICD-X verwenden.

00:18:38: Also leider haben wir weiterhin mit den Diagnosen Transsexualismus oder Störungen der Geschlechtsidentität zum Beispiel im Kindesalter zu kämpfen.

00:18:48: Die ICD Elf bringt insofern viele positive Neuerungen das es nicht mehr in der Identitätsstörungen zu finden ist geschlechtsinkongruent sondern in dem Kapitel mit Bezug auf der sexuellen Gesundheit.

00:19:02: Also damit ist es schon auf jeden Fall mal besser eingeordnet und eine Neuerung ist eben auch, dass da viel weniger auf diese Transitionsschritte fokussiert wird und Sexualität gar nicht mehr im Begriff sich befindet sondern vielmehr auf diese Diskrepanz fokassiert wird zwischen dem zugewiesenem und empfundenem Geschlecht.

00:19:24: Könnten Sie uns diese möglichen Schritte im Rahmen einer Transition vielleicht erklären?

00:19:28: Bei den medizinischen Transitionsschritten können wir eineseits über Pubertätblocker reden, die dienen dazu, die Pubertäte zu arretieren.

00:19:36: Also aufzuhalten.

00:19:38: Da geht es eben darum dass mit diesen Art von Therapie dann die Puberität dort aufgehalten wird wo es gerade in dem Prozess steht und nicht zu einem weiteren Verweiblichung oder Vermännlichungen des Körpers kommen kann.

00:19:52: das ist natürlich nur... nur in bestimmten Pubertätsphasen.

00:19:55: Noch sinnvoll später wird dann natürlich je mehr eine Jugendliche die Pubertät schon durchgelaufen hat, desto weniger kann man quasi auch aufhalten.

00:20:05: und es ist auch ganz wichtig zu sagen dass da schon eine bestimmte Phase von der Pubertäd erreicht werden sollte damit man das überhaupt begonnen werden kann.

00:20:14: also Präpobertäre Kinder werden damit auch nicht behandelt, also das ist ein teilweise in den Medien weit verbreitetes Irrtum.

00:20:23: Das wird in Österreich auf keinen Fall gemacht.

00:20:25: Es kann dann in weitere Folge zu einer Geschlechtsangleichen der Humunderapie kommen.

00:20:31: Hier geht es in erster Linie entweder um eine Testosteron- oder Östrogentherapie je nachdem ob eine Maskulinisierung oder Feminisierung erwünscht.

00:20:41: Und ganz wichtig ist, dass hier und auch bei den Pubertätblockern sowohl die Eltern als auch die behandelnde Fachpersonen das befürworten müssen.

00:20:50: Und natürlich der Grundlage und wichtigste Basis ist es, dass der Kind oder Jugendliche sich das wünscht.

00:20:57: Welche Rolle spielt hier die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Psychotherapie, Psychologie, Psychiatrie- und Medizin?

00:21:04: Was hat das mit diesen sogenannten Stellungnahmen auf sich?

00:21:08: Also diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ist ein ganz wichtiger Punkt.

00:21:13: Da geht es eben darum, dass diese Entscheidungen im multidisziplinären Teams getroffen werden.

00:21:18: also die Kinder und Jugendliche, die solche medizinische Transitionsschritte wünschen sollen halt nacheinander diese Fachpersonen quasi aussuchen und Stellungnahmen einholen.

00:21:30: Und wenn alle Fachpersoninnen dann quasi einig sind Die Eltern das unterstützen und natürlich die Jugendlichen sich das wünscht dann kann zu einem Therapie oder eben eine medizinische Behandlung kommen.

00:21:42: Könnten Sie vielleicht so eine Stellungnahme von Psychotherapeutinnen genauer erklären?

00:21:47: Es wird jetzt mittlerweile weniger nach den neuen Leitlinien aus dem... deutschsprachigen Raum.

00:21:55: quasi wird weniger unterschieden von wem diese Stellungnahme stammt.

00:22:00: Also sowohl für Kinder- und Jugendpsychiatinnen, klinische PsychologInnen und PsychotherapeutInnen sollten eigentlich dieselben Kriterien dann gelten was so in eine Indikationstellung drin sein soll.

00:22:13: es sind mittlerweile recht viele Punkte und das finde ich auch gut dass das wirklich gründlich angeschaut werden soll.

00:22:20: natürlich kann man jetzt von einem bestimmten Berufsgruppen nicht alle Punkte abdecken, aber generell diese Indikation schreiben soll eine Seite sollen.

00:22:31: Kosten-Nutzen, Abwägung von den Behandlungen bei Inhalten auch die Einwilligung und Einsichtsfähigkeit der Jugendlichen oder des Kindes.

00:22:39: Auch inwiefern da schon eine Rollenerprobung gab also insofern schon in dem Geschlecht quasi gelebt wurde ob die Diagnose nach ICD Elf oder DSM fünf besteht und wenn ja dann wie lange.

00:22:53: auch wie ganze Umgebung darauf reagiert hat wie die Unterstützung ausschaut auch wie die Kinder und Jugendliche, die Wünsche nach bestimmten Schritten formuliert haben.

00:23:05: Also eigentlich eine recht lange Liste von verschiedenen Dingen, die da beinhaltet werden sollten.

00:23:11: Können solche Stellungnahmen auch von Psychotherapeutinnen in Ausbildung unter Supervisionen?

00:23:16: gemacht werden?

00:23:17: Ja, natürlich nur.

00:23:19: Da muss dann der Supervisorin quasi auch zustimmen, dass sie da auch mitmacht.

00:23:26: aber wenn dann beide unterschreiben ist das gültig.

00:23:28: also ich habe auch als klinischer Psychologin damals in Ausbildung solche Stellungnahmen mit Supervisorien verfaßt.

00:23:36: Also es geht auf jeden Fall.

00:23:38: Haben Sie's im Praxisei-Tag schon erlebt, dass Jugendliche ihre Entscheidung bereut haben und eine Detransition Gewünscht haben?

00:23:46: Es ist extrem selten.

00:23:49: Wir hatten bis jetzt nur ein paar Fälle, die ich glaube auf eine oder höchstens auf zwei Händen ab... zählen kann.

00:24:01: Und es ist dann auch wichtig zu differenzieren, ob er so meinen Detransitionen geht oder tatsächlich um Beroien also um Regulators weil das gibt sehr wohl Jugendliche die dann sagen okay ich möchte keine weitere Schritte machen oder sogar Schritte zurück aber sagen ok dass hat zu meiner Lebensgeschichte dazugehört.

00:24:19: Ich habe diese Erfahrungen gebraucht und Es ist alles gut damit Aber ich möchte halt eben in eine andere Richtung.

00:24:26: Und es gibt dann wieder um Jugendliche, die dann sagen das war vollkommen eine Fehlentscheidung und das war ein Irrweg und andere Leute Elternfachpersonen hätten mich da aufhalten müssen.

00:24:40: mit so einem Fall habe ich Gott sei Dank, bis jetzt wurde ich nicht konfrontiert.

00:24:44: Das müsste man dann auch natürlich selbst reflektieren und auch im Team reflektierend warum das passiert ist und was wir dagegen tun können.

00:24:53: Dass sowas in der Zukunft nicht passiert.

00:24:55: wie gesagt die Transition kam schon mal vor.

00:24:59: Regretta hätte ich jetzt bis jetzt persönlich nicht getroffen wobei natürlich man auch sagen muss dass man nie sicher sein kann ob die Jugendliche dann auch ehrlich zugeben oder nicht zu geben würden, dass sie was bereut haben.

00:25:13: Aber es war bis jetzt kein großes Thema zum

00:25:16: Glück.".

00:25:17: Und wie kann es in der Therapie gelingen, Offenheit für verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten zu bewahren und gleichzeitig Jugendliche in ihrer Selbstfindung zu unterstützen?

00:25:25: Bei

00:25:25: jeder klinisch-psychologische Behandlung oder Psychotherapie ist das grundlegend wichtig, dass man eine Atmosphäre schafft, wo die Kinder und Jugendliche sich öffnen können Egal über welche Themen einfach reden können.

00:25:38: Und natürlich ist es dann auch wichtig, dass man eigene ... eigenes Wissen über das Thema hat und natürlich heute die Begrifflichkeiten rund um LGBTQIA+.

00:25:51: Es gibt jeden Tag was Neues, ich lerne auch jeden Tag etwas Neues dazu.

00:25:55: Und es ist ja ganz normal dass man dann nicht alles weiß.

00:25:59: aber zum Beispiel im Basis wissen, dass Transidente-Kinder und Jugendliche z.B.

00:26:03: dann nicht den behandelten Personen erklären müssen worum's hier geht.

00:26:08: Das wäre generell schon ganz wichtig.

00:26:10: also wenn wir einen Vorwissen ein bisschen... bringt und auch das Gefühl geben kann, okay ich verstehe zumindest worum es hier bei dir geht.

00:26:18: Das sind ganz wichtige Punkte!

00:26:20: Und natürlich dann einfach offen zu sein neugierig zu sein und keinen Druck auszuüben und natürlich auch nicht das eigene... Bild oder wie es sein sollte, dann dem Kind oder dem Jugendlichen zu überstülpen.

00:26:33: Also ich versuche die Jugendlichen dazu begleiten und zu folgen und denen nichts vorzugeben.

00:26:40: also ich glaube ist ganz wichtig dass man ein Verständnis für das Thema mitnimmt und mit einer affirmierenden Haltung in einem Sinne so wie du es schilderst so ist es für dich und ich nehme das an und von diesem Punkt kann man einfach offen weiterarbeiten.

00:26:56: Welche Herausforderungen erleben denn queere Kinder und Jugendliche besonders häufig im Alltag?

00:27:01: Es ist je nachdem, es ist bei ganz vielen Fragen so, dass es keine pauschale Antwort gibt und das ist sehr individuell.

00:27:11: Bei dieser Frage muss ich auch sagen, ganz viele queere Kinder- und Jugendlichen geht es gut und haben keine Probleme in der Alltag, weil die familiäre Unterstützung da ist, tolle Freunde gibt eine gute Peergruppe und auch in der Schule zum Beispiel ausreichend Unterstützung bekommen oder sie eigentlich gar nicht brauchen.

00:27:33: Aber natürlich, es ist immer von den Umfeld unterschiedlich also wo eben Sie die Belastungen verspüren in welchem Bereich sie sich nicht akzeptiert fühlen und wo sie sich auch nicht gesehen fühlen.

00:27:43: Also es können wirklich sehr unterschiedliche Kontexte sein von Amt bis zu Schule oder eben vom Tourenverein bis zu Hause.

00:27:56: Das ist bei jedem auch unterschiedlich.

00:27:59: Im öffentlichen Diskurs wird häufig über einen Anstieg von Jugendlichen gesprochen, die sich als Trans oder nicht binär identifizieren.

00:28:06: Wie ordnen Sie diese Aussage aus wachlicher Sicht an?

00:28:09: Ja, es ist so.

00:28:10: Es gibt einen großen Anstieg die teilweise auch exponentiell an verschiedenen Kurven und Tabellen abgebildet wird.

00:28:19: natürlich man muss das dann auch hinterfragen und wird auch in der wissenschaftlichen Community hinterfragt was der Grund dafür sein kann.

00:28:27: Natürlich ist es auch ein Konsequenz von der Sichtbarkeit.

00:28:31: also je mehr Personen sich trauen dass auch öffentlich irgendwie mitzutragen und das zu leben, desto mehr Leute kommen dann auch drauf.

00:28:44: Okay ich könnte das auch tun weil ich mir genauso identifiziere oder mich so empfinde.

00:28:50: also es gibt sicher in die Richtung Sichtbarkeit eine Erklärung dafür Je sichtbarer das Thema ist, auch medial desto mehr Jugendliche gibt es die sich mit dem Thema befassen und dann in den unterschiedlichen Versorgungszentren oder Institutionen auftauchen.

00:29:11: Und welche Auswirkungen können polarisierende öffentliche Debatten auf die psychische Gesundheit junger Menschen haben?

00:29:17: Natürlich also diese Debatten sind oft belastend für die Jugendliche.

00:29:24: zum Glück... hält das in Österreich noch in gewissen Graden, in Grenzen.

00:29:29: Aber wenn man natürlich Nachrichten aus der USA oder aus anderen Nachbarländern einfach anschaut, dann weiß man sehr wohl wohin noch diese Debatte und in welche Richtung dann führen kann.

00:29:42: Und natürlich, wenn es um Einschränkungen oder dass verbieten von verschiedenen Möglichkeiten geht – das beängstigt natürlich Jugendliche!

00:29:53: Was bedeutet der Begriff Konversionsmaßnahmen und welche Missverständnisse begegnen ihnen in diesem Zusammenhang besonders häufig?

00:30:02: Der Konversionmaßnahme werden dann Maßnahmen und therapeutische Versuche verstanden, die sich darauf abzielen.

00:30:08: Die sexuelle Orientierung und das Geschlechtsidentität von jemanden einfach zu verändern bestimmte, am meisten ideologisch gewünschte Richtung zu lenken.

00:30:19: Und es gibt Länder wie zum Beispiel Deutschland wo solche Therapieversuche quasi schon verboten sind auch gesetzlich.

00:30:26: in Österreich gibt's schon einen Gesetzentwurf aber ist noch nicht durch das Parlament gebracht worden.

00:30:33: und ja rund um dieses Thema gibts verschiedene Fragen und Verwirrungen.

00:30:41: einerseits fürchten sich dann teilweise auch Therapeuten oder klinische Psychologinnen, die einfach nur explodativ teilweise Fragen stellen wollen damit wir alle Möglichkeiten offen sozusagen abgecheckt haben wie die Entwicklung oder die weitere Schritte gehen könnten.

00:31:01: dass das zum Beispiel dann als Konversionsversuch angesehen wird.

00:31:07: Und natürlich, es gibt dann halt auch Ängste von dem Patientinnen und Jugendlichen, dass wenn das nicht verboten wird, dann weiterhin solche Praktiken existieren können.

00:31:21: Welche Bedeutung hat Sichtbarkeit etwa durch den Breitmann für LGBTQI-Plus Kinder und Jugendliche?

00:31:27: Wie ich das unter den Jugendlichen mitkriege, die zu mir kommen.

00:31:32: Das ist immer ein sehr freudiges Reignis wo dann auch viel gebastelt wird oder auch verschiedene Assessorais erstellt werden gekauft werden und natürlich feiern sie eben die eigene Sichtbarkeit.

00:31:46: Natürlich muss man auch noch dazu sagen dass nicht jeder Kind oder Jugendliche damit darf, kann oder auch nicht alle sich trauen Aber es ist auf jeden Fall mal ein Zeichen für Sie, dass sie nicht alleine sind.

00:32:08: Also einer der größten Vereine ist der Verein Courage, der sowohl Richtung sexuelle Orientierung als auch geschlechtliche Identität also Beratungstätigkeit für die ganze LGBTQIA plus Community quasi abdeckt mit vielen Stellen in den Bundesländern.

00:32:26: In den meisten Bundeshauptstädten gibt es dann auch von denen eine Beratungsstelle.

00:32:32: natürlich gibt's dann auch kleinere Vereine spezifisch einzelne Geschlechtsidentitäten oder für die verschiedenen Buchstaben der LGBTQIA-Plus Community und natürlich gibt es auch dann Zentren, die eben auf die Transitionsschritte und die Begleitung spezialisiert sind im größeren Universitätskliniken wie zum Beispiel in Innsbruck und in Wien.

00:32:58: Was wünschen Sie sich für die Zukunft in Hinblick auf die Versorgung Unterstützung und gesellschaftliche Teilhabe?

00:33:03: Ja, ich habe viele Wünsche.

00:33:05: Vor allem natürlich würde mich freuen wenn mehr klinische Psychologinnen und Psychotherapeuten bereit wären sich mit diesem Thema zu befassen vor allem Kindes- und Jugendbereich aber auch im Erwachsenen Bereich.

00:33:18: wir sind zu wenige wodurch eben zu lange Wartelisten entstehen.

00:33:23: also das wäre auf jeden Fall ein Punkt und natürlich generell mehr Akzeptanz auch im Gesundheitssystem einen besseren Umgang damit Das sind den verschiedenen Curricula von Gesundheitsberufen, dass eine feste Bestandteil wird und nicht nur ein Wahlfach.

00:33:40: Was natürlich Wahlfaches ist toll!

00:33:42: Ich will gar keine Fortschritte zu dem Thema irgendwie klein machen aber dann gehen dorthin auch immer noch die Leute, die sich schon dafür interessieren und es wäre wichtig das bis zu einem Basis-Leveli, der damit die sozusagen im pädagogischen, medizinischen oder sozialen Bereich mit Kind und Jugendliche zu tun haben irgendwie so ein bisschen vermittelt bekommen.

00:34:09: Welche zentrale Botschaft möchten Sie den jungen Menschen Ihren Familien und Fachpersonen zum Abschluss mitgeben?

00:34:15: Ich denke Akzeptanz ist ein ganz zentrale Punkt.

00:34:18: Also einfach die Person, die mir gegenübersteht so anzunehmen wie sie ist auch was ihre Geschlechtsidentität betrifft und andererseits was die Transitionsstritte zum Beispiel betrifgt sich auch mal Zeit zu geben den Jugendlichen sich selbst mal richtig in sich selbst hineinzuschauen und zu reflektieren.

00:34:41: Wie empfinde ich das Ganze?

00:34:43: Was will ich damit, wohin soll meine Reise gehen.

00:34:46: Aber auch den Eltern Verständnis dafür zu entwickeln und sich auf diese Prozedere einlassen können.

00:34:54: Und natürlich in der Gesellschaft generell auch mehr Akzeptanz für das ganze Thema im Gesundheitssystem.

00:35:02: Was sind denn häufige Fallstricke in der Behandlung von queeren Jugendlichen oder welche Fehler können Behandlerinnen machen?

00:35:10: Eine oft herausfordernde Situation ist, wenn sehr viele begleitende psychische Störungen dabei sind und vor allem im Kontext – also ich rede jetzt sehr oft in dem Kontext von Behandlung von Transidenten Jugendlichen.

00:35:27: Weil natürlich in vielen anderen Buchstaben der LGBTQIA Plus gibt es keine Behandlung Gott sei Dank oder es ist eben nicht relevant in diesem medizinischen Sinne und man braucht gar keine Entscheidungen treffen, sondern einfach die... Menschen begleiten.

00:35:48: Im transidenten Bereich ist es oft wirklich ein Thema, wenn da noch viele begleitende psychische Störungen dazukommen mit vielen Diagnosen und dann man eigentlich nicht auskennt woher diese Belastungen ursprünglich herkommen oder was zuerst war Transidentität und das hat die Belastung verursacht?

00:36:08: Oder ist die Transidentät zum Beispiel im Sinne einer Identitätsdiffusion in ein emotional instabiler Persönlichkeitsstörung zu verstehen und dann diese Dinge zu entvieren ist.

00:36:24: teilweise dann sehr herausfordernd auch für das ganze Team, weil natürlich dann auch jeder noch ihre eigene Wahrnehmung in den eigenen Behandlungskontexten hat.

00:36:34: Und dann ist es eben sehr schwer auch Entscheidungen zu treffen und natürlich was noch ein wesentlicher Punkt ist auch schwierig ist die Jugendlieb für die jugendlichen da zu sein und die auch richtig zu begleiten wenn man selber bei der Orientierung Schwierigkeiten hat.

00:36:51: Wir würden Ihnen zum Abschluss gerne noch drei Fragen stellen.

00:36:55: Was würden Sie angehenden Psychotherapeutinnen gerne mit auf den Weg geben im Bezug auf das Thema queere Jugendwelten?

00:37:02: Ja, dass es ein ganz spannendes Feld ist.

00:37:05: also ich würde jeden ermutigen oder der halt drauflust hat da mit Jugendlichen über das Thema zu sprechen und wenn spezifische Fragestellungen gibt die zu begleiten.

00:37:18: Und es ist auf jeden Fall ein Feld, wo man dann selber viel lernt.

00:37:22: Also wie ich schon vorher gesagt habe, es gibt jede Woche ein neues Begriff die ich lerne und das ist wichtig dass man da auch einfach offen ist und nachfragt was diese Dinge für die Personen, die da einem gegenüber sitzen, dann bedeuten.

00:37:41: und es wäre wirklich gut, wenn mehr angehende Psychotherapeutinnen sich ermutigt fühlen würden dann auch in diesen spezifischen Bereichen einzutagen.

00:37:54: Auch das bedeutet auch Stellungnahmen zu schreiben aber einfach auch mutig diese Bereiche in der Therapie aufzugreifen, wenn einer Jugendlicher das mitnimmt.

00:38:05: natürlich muss es jetzt kein Pflichtthema sein für jeden weil auch unter LGBTQIe plus Jugendlichen nicht jeder möchte das in der Psychotherapie thematisieren, weil es gerade nicht relevant ist und sondern halt andere Lebensbereiche mehr Relevanz haben in der Therapie.

00:38:25: Aber falls das ein Thema für jemanden ist dass es entsprechend dann auch aufgegriffen werden kann in der therapy.

00:38:32: was finden Sie denn besonders spannend eine psychotherapie?

00:38:35: Ich mache am meisten klinisch-psychologische Diagnostik und sehr selten Behandlung, aber ich weiß dann eben bei den Jugendlichen das sie parallel in einer begleitenden Psyrtherapie sind.

00:38:45: Und es ist dann immer sehr spannend bei unserer Boardbesprechungen und Fallbesprechung was mir immer die Kolleginnen und Kollegen von der Psyretherapies berichten welche Fortschritte es dort gibt wie der ganze Verlauf ist welcher Reises Sie schon mit den Jugendlichen gegangen sind.

00:39:07: Also für mich ist Psychotherapie immer eine total tolle Quelle ergänzend, auch zu meinen diagnostischen Erkenntnissen zu sehen in welcher Richtung es geht und was passiert eigentlich in dem Leben von den Jugendlingen?

00:39:24: also das ist im Verlauf für mich ein enorm wichtiger Sache.

00:39:28: Und worauf sollten bereits praktizierende Psychotherapeutinnen besonders achten oder was würden sie sich von einer oder ihrer Psychotherapeuten besonders wünschen?

00:39:37: Ich glaube es ist mal generell wichtig, dass wenn man lange praktiziert trotzdem noch offen bleibt und sich auch weiter bildet.

00:39:45: Weil ich glaub in diesem Feld hat sich... enorm viel getan.

00:39:49: Es gibt auch sehr viele Literatur, sowohl zu der Psyche von LGBTQIe plus Jugendlichen als auch zu den verschiedenen Behandlungsmethoden und das wäre wichtig auch wenn man schon lange in irgendeinem Feld drin ist dann sich weiterzubilden auch neue Infos zu holen und diese Leitlinien sind teilweise wirklich lang.

00:40:13: also wir reden hier teilweise über zwei bis vierhundert Seiten je nachdem welchen Wir als Beispiel nehmen.

00:40:19: Und es ist wichtig, dass man dann auch diese Dinge sich aneignet und sich damit auseinander setzt.

00:40:25: Vielen Dank für den wichtigen Austausch!

00:40:27: Danke, dass Sie heute bei uns im Studio waren.

00:40:30: Vielen dank ich habe mich sehr gefreut.

00:40:33: Nach der Sommerpause melden wir uns wie gewohnt in Oktober mit neuen spannenden Folgen.

00:40:38: Bleibt

00:40:39: dran – Es lohnt sich.

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